AAS 29 (1937), p. 148
treue und zu verantwortbarer Verständigung nient unberücksichtigt zu
lassen. Den Bitten des hochwürdigsten Episkopates folgend Averden
Wir auch weiterhin nicht müde werden, bei den Lenkern Eures Volkes
Sachwalter des verletzten Rechts zu sein und Uns — unbekümmert um
den Erfolg oder Misserfolg des Tages — lediglich Unserem Gewissen
und Unserer Hirtenmission gehorchend einer Geisteshaltung zu widersetzen,
die verbrieftes Recht durch offene oder verhüllte Gewalt zu
erdrosseln sucht.
Der Zweck des gegenwärtigen Schreibens aber, Ehrwürdige Brüder,
ist ein anderer. Wie Ihr Uns an Unserem Krankenlager liebevollen
Besuch abgestattet habt, so wenden Wir Uns heute an Euch und durch
Euch an die katholischen Gläubigen Deutschlands, die — wie alle
leidenden und bedrängten Kinder — dem Herzen des gemeinsamen
Vaters besonders nahe stehen. In dieser Stunde, wo ihr Glaube im
Feuer der Trübsal und der versteckten und offenen Verfolgung als
echtes Gold erprobt wird, wo sie von tausend Formen organisierter
religiöser Unfreiheit umgeben sind, wo der Mangel an wahrheitsgetreuer
Unterrichtung und normaler Verteidigungsmöglichkeit schwer auf ihnen
lastet, haben sie ein doppeltes Recht auf ein Wort der Wahrheit und
der seelischen Stärkung von dem, an dessen ersten Vorgänger das
inhaltsschwere Heilandswort gerichtet war : « Ich habe für dich gebetet,
dass dein Glaube nicht wanke, und du hinwiederum stärke deine
Brüder » (Luc. 22, 32).
* -X- *
(Reiner Qotiesglaube)
Habet acht, Ehrwürdige Brüder, dass vor allem der Gottesglaube, die
erste und unersetzbare Grundlage jeder Religion, in deutschen Landen
rein und unverfälscht erhalten bleibe. Gottgläubig ist nicht, wer das
Wort Gott rednerisch gebraucht, sondern nur, wer mit diesem hehren
Wort den wahren und würdigen Gottesbegriff verbindet.
Wer in pantheistischér Verschwommenheit Gott mit dem Weltall
gleichsetzt, Gott in der Welt venveltlicht und die Welt in Gott vergöttlicht,
gehört nicht zu den Gottgläubigen.
Wer nach angeblich altgermanisch-vorchristlicher Vorstellung das
düstere unpersönliche Schicksal an die Stelle des persönlichen Gottes
rückt, leugnet Gottes Weisheit und Vorsehung, die « kraftvoll und
gütig von einem Ende der Welt bis zum andern waltet » (Weisheit 8, 1)
und alles zum guten Ende leitet. Ein solcher kann nicht beanspruchen,
zu den Gottgläubigen gerechnet zu werden.
lassen. Den Bitten des hochwürdigsten Episkopates folgend Averden
Wir auch weiterhin nicht müde werden, bei den Lenkern Eures Volkes
Sachwalter des verletzten Rechts zu sein und Uns — unbekümmert um
den Erfolg oder Misserfolg des Tages — lediglich Unserem Gewissen
und Unserer Hirtenmission gehorchend einer Geisteshaltung zu widersetzen,
die verbrieftes Recht durch offene oder verhüllte Gewalt zu
erdrosseln sucht.
Der Zweck des gegenwärtigen Schreibens aber, Ehrwürdige Brüder,
ist ein anderer. Wie Ihr Uns an Unserem Krankenlager liebevollen
Besuch abgestattet habt, so wenden Wir Uns heute an Euch und durch
Euch an die katholischen Gläubigen Deutschlands, die — wie alle
leidenden und bedrängten Kinder — dem Herzen des gemeinsamen
Vaters besonders nahe stehen. In dieser Stunde, wo ihr Glaube im
Feuer der Trübsal und der versteckten und offenen Verfolgung als
echtes Gold erprobt wird, wo sie von tausend Formen organisierter
religiöser Unfreiheit umgeben sind, wo der Mangel an wahrheitsgetreuer
Unterrichtung und normaler Verteidigungsmöglichkeit schwer auf ihnen
lastet, haben sie ein doppeltes Recht auf ein Wort der Wahrheit und
der seelischen Stärkung von dem, an dessen ersten Vorgänger das
inhaltsschwere Heilandswort gerichtet war : « Ich habe für dich gebetet,
dass dein Glaube nicht wanke, und du hinwiederum stärke deine
Brüder » (Luc. 22, 32).
* -X- *
(Reiner Qotiesglaube)
Habet acht, Ehrwürdige Brüder, dass vor allem der Gottesglaube, die
erste und unersetzbare Grundlage jeder Religion, in deutschen Landen
rein und unverfälscht erhalten bleibe. Gottgläubig ist nicht, wer das
Wort Gott rednerisch gebraucht, sondern nur, wer mit diesem hehren
Wort den wahren und würdigen Gottesbegriff verbindet.
Wer in pantheistischér Verschwommenheit Gott mit dem Weltall
gleichsetzt, Gott in der Welt venveltlicht und die Welt in Gott vergöttlicht,
gehört nicht zu den Gottgläubigen.
Wer nach angeblich altgermanisch-vorchristlicher Vorstellung das
düstere unpersönliche Schicksal an die Stelle des persönlichen Gottes
rückt, leugnet Gottes Weisheit und Vorsehung, die « kraftvoll und
gütig von einem Ende der Welt bis zum andern waltet » (Weisheit 8, 1)
und alles zum guten Ende leitet. Ein solcher kann nicht beanspruchen,
zu den Gottgläubigen gerechnet zu werden.