AAS 41 (1949), p. 426

Nehmt als Leitspruch mit in die Zukunft das erhabene Wort des hl.
Joannes : « Gott ist Liebe! » Denn fürwahr : das Werk der Zerstörung,2
das die vergangenen Jahre hinterlassen, die Not und Verarmung, die sie
geschaffen, die Entfremdung und der Hass, die sie aufgetürmt haben —
das alles kann nur überwunden werden von Menschen, die jetzt erst recht
und unverbrüchlich an die Barmherzigkeit und Liebe Gottes glauben und
die selbst der Gottesliebe voll sind. Das ist die Liebe, die alles erträgt,
die alles glaubt, alles hofft, alles duldet, die zu den grössten Opfern3
befähigt, die allein imstande ist, immer wieder zu verzichten, zu helfen,
zu verzeihen. Diese Liebe baut die Familien auf und sichert die eheliche
Treue. Sie macht das Denken wach und empfindsam für die Forderungen
der sozialen Gerechtigkeit, die immer gegolten haben, heute aber dringender
denn je Erfüllung heischen. Gemeinwesen und Staaten mögen in
den Fundamenten des Weltalls verankert erscheinen; wenn sie nicht
aufgebaut sind auf dem Glauben an Gott und nicht getragen werden von
Menschen tiefer Gottesliebe, sind sie mit innerer Notwendigkeit dem
Untergang geweiht.
Wir stellen, geliebte Söhne und Töchter, eure Sorgen und Hoffnungen
dem anheim, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden,4
empfehlen euch dem mächtigen Schutz seiner gebenedeiten Mutter, der
allerseligsten Jungfrau Maria und erteilen als Unterpfand der göttlichen
Hilfe euch allen, der ganzen Diözese Berlin : Stadt, Land und Volk aus
der Fülle des Herzens den Apostolischen Segen.

2 i Io., 4, 16.
8 Cf. I Cor., 13, 7.

4 Cf. MATTH., 28, 18.

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