AAS 29 (1937), p. 163
Schwankenden. Seid die Führer der Treuen, die Stütze der Strauchelnden,
die Lehrer der Zweifelnden, die Tröster der Trauernden, die uneigennützigen
Helfer und Berater aller. Die Prüfungen und Leiden,
durch die euer Volk in der Nachkriegszeit hindurchgeschritten ist, sind
nicht spurlos an seiner Seele vorübergegangen. Sie haben Spannungen
und Bitterkeiten hinterlassen, die erst langsam ausheilen können, deren
echte Ueberwindung nur möglich sein wird im Geiste uneigennütziger
und tätiger Liebe. Diese Liebe, die das unentbehrliche Rüstzeug des
Apostels ist, zumal in der aufgewühlten und hassverzerrten Welt der
Gegenwart, wünschen und erflehen Wir euch vom Herrn in überreichem
Masse. Diese apostolische Liebe wird euch viele unverdiente Bitterkeiten,
wenn nicht vergessen, so doch verzeihen lassen, die auf euren
Priester- und Seelsorgspfaden heute zahlreicher sind als je zuvor. Diese
verstehende' und erbarmende Liebe zu den Irrenden, ja selbst zu den
Schmähenden bedeutet allerdings nicht und kann nicht bedeuten irgendwelchen
Verzicht auf die Verkündigung, die Geltendmachung, die
mutige Verteidigung der Wahrheit und ihre freimütige Anwendung
auf die euch umgebende Wirklichkeit. Die erste, die selbstverständlichste
Liebesgabe des Priesters an seine Umwelt ist der Dienst an der Wahrheit
und zwar der ganzen Wahrheit, die Entlarvung und Widerlegung des
Irrtums, gleich in welcher Form, in welcher Verkleidung, in welcher
Schminke er einherschreiten mag. Der Verzicht hierauf wäre nicht nur
ein Verrat an Gott und eurem heiligen Beruf; er wäre auch eine Sünde
an der wahren Wohlfahrt eures Volkes und Vaterlandes. All denen,
die ihren Bischöfen die bei der Weihe versprochene Treue gehalten,
all denen, die wegen Ausübung ihrer Hirtenpflicht Leid und Verfolgung
tragen müssten und müssen, folgt — für manche bis in die Kerkerzelle
und das Konzentrationslager hinein — der Dank und die Anerkennung
des Vaters der Christenheit.
Den katholischen Ordensleuten beiderlei Geschlechts gilt ebenfalls
Unser väterlicher Dank, verbunden mit inniger Anteilnahme an dem
Geschick, das infolge ordensfeindlicher Massnahmen viele von ihnen
aus segensreicher und liebgewonnener Berufsarbeit herausgerissen
hat. Wenn einzelne gefehlt und sich ihres Berufes unwürdig erwiesen
haben, so mindern ihre auch von der Kirche geahndeten Vergehen
nicht die Verdienste der gewaltigen Ueberzahl, die in Uneigennützigkeit
und freiwilliger Armut bemüht war, ihrem Gott und ihrem
Volk mit Hingabe zu dienen. Der Eifer, die Treue, das Tugendstreben,
die tätige Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft der in Seelsorge, Krankendienst
und Schule wirkenden Orden sind und bleiben ein ruhmwürdiger
die Lehrer der Zweifelnden, die Tröster der Trauernden, die uneigennützigen
Helfer und Berater aller. Die Prüfungen und Leiden,
durch die euer Volk in der Nachkriegszeit hindurchgeschritten ist, sind
nicht spurlos an seiner Seele vorübergegangen. Sie haben Spannungen
und Bitterkeiten hinterlassen, die erst langsam ausheilen können, deren
echte Ueberwindung nur möglich sein wird im Geiste uneigennütziger
und tätiger Liebe. Diese Liebe, die das unentbehrliche Rüstzeug des
Apostels ist, zumal in der aufgewühlten und hassverzerrten Welt der
Gegenwart, wünschen und erflehen Wir euch vom Herrn in überreichem
Masse. Diese apostolische Liebe wird euch viele unverdiente Bitterkeiten,
wenn nicht vergessen, so doch verzeihen lassen, die auf euren
Priester- und Seelsorgspfaden heute zahlreicher sind als je zuvor. Diese
verstehende' und erbarmende Liebe zu den Irrenden, ja selbst zu den
Schmähenden bedeutet allerdings nicht und kann nicht bedeuten irgendwelchen
Verzicht auf die Verkündigung, die Geltendmachung, die
mutige Verteidigung der Wahrheit und ihre freimütige Anwendung
auf die euch umgebende Wirklichkeit. Die erste, die selbstverständlichste
Liebesgabe des Priesters an seine Umwelt ist der Dienst an der Wahrheit
und zwar der ganzen Wahrheit, die Entlarvung und Widerlegung des
Irrtums, gleich in welcher Form, in welcher Verkleidung, in welcher
Schminke er einherschreiten mag. Der Verzicht hierauf wäre nicht nur
ein Verrat an Gott und eurem heiligen Beruf; er wäre auch eine Sünde
an der wahren Wohlfahrt eures Volkes und Vaterlandes. All denen,
die ihren Bischöfen die bei der Weihe versprochene Treue gehalten,
all denen, die wegen Ausübung ihrer Hirtenpflicht Leid und Verfolgung
tragen müssten und müssen, folgt — für manche bis in die Kerkerzelle
und das Konzentrationslager hinein — der Dank und die Anerkennung
des Vaters der Christenheit.
Den katholischen Ordensleuten beiderlei Geschlechts gilt ebenfalls
Unser väterlicher Dank, verbunden mit inniger Anteilnahme an dem
Geschick, das infolge ordensfeindlicher Massnahmen viele von ihnen
aus segensreicher und liebgewonnener Berufsarbeit herausgerissen
hat. Wenn einzelne gefehlt und sich ihres Berufes unwürdig erwiesen
haben, so mindern ihre auch von der Kirche geahndeten Vergehen
nicht die Verdienste der gewaltigen Ueberzahl, die in Uneigennützigkeit
und freiwilliger Armut bemüht war, ihrem Gott und ihrem
Volk mit Hingabe zu dienen. Der Eifer, die Treue, das Tugendstreben,
die tätige Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft der in Seelsorge, Krankendienst
und Schule wirkenden Orden sind und bleiben ein ruhmwürdiger