AAS 29 (1937), p. 165
bemühen, ihre dunklen Absichten abzustreiten und zu beschönigen, um
so mehr ist wachsames Misstrauen am Platze und misstrauische, durch
bittere Erfahrung aufgerüttelte Wachsamkeit. Die formelle Aufrechthaltung
eines, zudem von Unberufenen kontrollierten und gefesselten
Religionsunterrichts im Rahmen einer Schule, die in andern Gesinnungsfächern
planmässig und gehässig derselben Religion entgegenarbeitet,
kann niemals einen Rechtfertigungsgrund abgeben, um einer
solchen, religiös zersetzenden Schulart die freiwillige Billigung eines
gläubigen Christen einzutragen. Wir wissen, geliebte katholische Eltern,
dass von einer solchen Freiwilligkeit bei euch nicht die Rede sein
kann. Wir wissen, dass eine freie und geheime Abstimmung unter
euch gleichbedeutend wäre mit einem überwältigenden Plebiszit für die
Bekenntnisschule. Und deshalb werden Wir auch in Zukunft nicht
müde werden, den verantwortlichen Stellen die Rechtswidrigkeit der
bisherigen Zwangsmassnahmen, die Pflichtmässigkeit der Zulassung
einer freien Willensbildung freimütig vorzuhalten. Inzwischen vergesst
eines nicht : Von dem gottgewollten Band der Verantwortung, das euch
init euren Kindern verknüpft, kann keine irdische Gewalt euch lösen.
Niemand von denen, die euch heute in euren Erzieherrechten bedrängen
und euch von euren Erzieherpflichten abzulösen vorgeben, wird an eurer
Statt dem Ewigen Richter antworten können, wenn Er an euch die
Frage richtet : Wo sind die, die Ich dir gegeben? — Möge jeder von
euch antworten können : « Keinen von denen, die Du mir gegeben hast,
habe ich verloren» (Joh. 18, 9).
***
Ehrwürdige Brüder! Wir sind gewiss, dass die Worte, die Wir in
entscheidungsvoller Stunde an Euch und durch Euch an die Katholiken
des Deutschen Reiches richten, in den Herzen und in den Taten Unserer
treuen Kinder das Echo finden werden, das der liebenden Sorge des
gemeinsamen Vaters entspricht. Wenn Wir etwas mit besonderer Inbrunst
vom Herrn erflehen, dann ist es dies : dass Unsere Worte auch
das Ohr und das Herz solcher erreichen und zum Nachdenken stimmen,
die bereits begonnen haben, sich von den Lockungen und Drohungen
derer einfangen zu lassen, die gegen Christus und Sein heiliges Evangelium
stehen.
Jedes Wort dieses Sendschreibens haben Wir abgewogen auf der
Wage der Wahrheit und zugleich der Liebe. Weder wollten Wir durch
unzeitgemässes Schweigen mitschuldig werden an der mangelnden Aufklärung,
noch durch unnötige Strenge an der Herzensverhärtung irgend
so mehr ist wachsames Misstrauen am Platze und misstrauische, durch
bittere Erfahrung aufgerüttelte Wachsamkeit. Die formelle Aufrechthaltung
eines, zudem von Unberufenen kontrollierten und gefesselten
Religionsunterrichts im Rahmen einer Schule, die in andern Gesinnungsfächern
planmässig und gehässig derselben Religion entgegenarbeitet,
kann niemals einen Rechtfertigungsgrund abgeben, um einer
solchen, religiös zersetzenden Schulart die freiwillige Billigung eines
gläubigen Christen einzutragen. Wir wissen, geliebte katholische Eltern,
dass von einer solchen Freiwilligkeit bei euch nicht die Rede sein
kann. Wir wissen, dass eine freie und geheime Abstimmung unter
euch gleichbedeutend wäre mit einem überwältigenden Plebiszit für die
Bekenntnisschule. Und deshalb werden Wir auch in Zukunft nicht
müde werden, den verantwortlichen Stellen die Rechtswidrigkeit der
bisherigen Zwangsmassnahmen, die Pflichtmässigkeit der Zulassung
einer freien Willensbildung freimütig vorzuhalten. Inzwischen vergesst
eines nicht : Von dem gottgewollten Band der Verantwortung, das euch
init euren Kindern verknüpft, kann keine irdische Gewalt euch lösen.
Niemand von denen, die euch heute in euren Erzieherrechten bedrängen
und euch von euren Erzieherpflichten abzulösen vorgeben, wird an eurer
Statt dem Ewigen Richter antworten können, wenn Er an euch die
Frage richtet : Wo sind die, die Ich dir gegeben? — Möge jeder von
euch antworten können : « Keinen von denen, die Du mir gegeben hast,
habe ich verloren» (Joh. 18, 9).
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Ehrwürdige Brüder! Wir sind gewiss, dass die Worte, die Wir in
entscheidungsvoller Stunde an Euch und durch Euch an die Katholiken
des Deutschen Reiches richten, in den Herzen und in den Taten Unserer
treuen Kinder das Echo finden werden, das der liebenden Sorge des
gemeinsamen Vaters entspricht. Wenn Wir etwas mit besonderer Inbrunst
vom Herrn erflehen, dann ist es dies : dass Unsere Worte auch
das Ohr und das Herz solcher erreichen und zum Nachdenken stimmen,
die bereits begonnen haben, sich von den Lockungen und Drohungen
derer einfangen zu lassen, die gegen Christus und Sein heiliges Evangelium
stehen.
Jedes Wort dieses Sendschreibens haben Wir abgewogen auf der
Wage der Wahrheit und zugleich der Liebe. Weder wollten Wir durch
unzeitgemässes Schweigen mitschuldig werden an der mangelnden Aufklärung,
noch durch unnötige Strenge an der Herzensverhärtung irgend