AAS 29 (1937), p. 152
sakrilegischer Verkennung der zwischen Gott und Geschöpf, zwischen
dem Gottmenschen und den Menschenkindern klaffenden Wesensunterschiede
irgend einen Sterblichen, -und wäre er der Grösste aller
Zeiten, neben Ghristus zu stellen wagt, oder gar über Ihn und gegen
Ihn, der muss sich sagen lassen, dass er ein Wahnprophet ist, auf den
das Schriftwort erschütternde Anwendung findet : « Der im Himmel
wohnt, lachet ihrer » (Ps., 2, 4).
(Reiner Kirchenglaube)
Der Christusglaube wird sich nicht rein und unverfälscht erhalten,
wenn er nicht gestützt und umhegt wird vom Glauben an die Kirche,
die Säule und Grundfeste der Wahrheit » (1 Tim. 3, 15). Christus
selbst, Gott hochgelobt in Ewigkeit, hat diese Säule des Glaubens aufgerichtet.
Sein Gebot, die Kirche zu hören (Matth. 18, 17), aus den
Worten und Geboten der Kirche Seine eigenen Worte und Gebote
herauszuhören (Luc, 10, 16), gilt für die Menschen aller Zeiten und
Zonen. Die von dem Erlöser gestiftete Kirche ist eine — für alle Völker
und Nationen. Unter ihrem Kuppelbau, der wie Gottes Firmament die
ganze Erde überwölbt, ist Platz und Heimat für alle Völker und Sprachen,
ist Raum für die Entfaltung aller von Gott dem Schöpfer und
Erlöser in die Einzelnen und in die Volksgemeinschaften hineingelegten
besondern Eigenschaften, Vorzüge, Aufgaben und Berufungen. Das
Mutterherz der Kirche ist weit und gross genug, um in der gottgemässen
Entfaltung solcher Eigenarten und Eigengaben mehr den Reichtum
der Mannigfaltigkeit zu sehen als die Gefahr von Absonderungen. Sie
freut sich des geistigen Hochstands der Einzelnen und der Völker.
Sie sieht in ihren echten Leistungen mit Mutterfreude und Mutterstolz
Erziehungsfrüchte und Fortschritte, die sie segnet und fördert, wo
immer sie es im Gewissen kann. Aber sie weiss auch, dass dieser
Freiheit Grenzen gezogen sind durch die Majestät des Gottesgebotes,
das diese Kirche in allem Wesenhaften als untrennbare Einheit gewollt
und gegründet hat. Wer an diese Einheit und Untrennbarkeit rührt,
nimmt der Braut Christi eines der Diademe, mit denen Gott selbst
sie gekrönt hat. Er unterwirft ihren auf ewigen Fundamenten ruhenden
Gottesbau der Ueberprüfung und Umgestaltung durch Baumeister, denen
der Vater im Himmel keine Bauvollmacht erteilt hat.
Die göttliche Sendung der Kircbe, die unter Menschen wirkt und
durch Menschen wirken muss, mag schmerzlich verdunkelt werden durch
das Menschlich-Allzumenschliche, das zu Zeiten immer und immer wieder
dem Gottmenschen und den Menschenkindern klaffenden Wesensunterschiede
irgend einen Sterblichen, -und wäre er der Grösste aller
Zeiten, neben Ghristus zu stellen wagt, oder gar über Ihn und gegen
Ihn, der muss sich sagen lassen, dass er ein Wahnprophet ist, auf den
das Schriftwort erschütternde Anwendung findet : « Der im Himmel
wohnt, lachet ihrer » (Ps., 2, 4).
(Reiner Kirchenglaube)
Der Christusglaube wird sich nicht rein und unverfälscht erhalten,
wenn er nicht gestützt und umhegt wird vom Glauben an die Kirche,
die Säule und Grundfeste der Wahrheit » (1 Tim. 3, 15). Christus
selbst, Gott hochgelobt in Ewigkeit, hat diese Säule des Glaubens aufgerichtet.
Sein Gebot, die Kirche zu hören (Matth. 18, 17), aus den
Worten und Geboten der Kirche Seine eigenen Worte und Gebote
herauszuhören (Luc, 10, 16), gilt für die Menschen aller Zeiten und
Zonen. Die von dem Erlöser gestiftete Kirche ist eine — für alle Völker
und Nationen. Unter ihrem Kuppelbau, der wie Gottes Firmament die
ganze Erde überwölbt, ist Platz und Heimat für alle Völker und Sprachen,
ist Raum für die Entfaltung aller von Gott dem Schöpfer und
Erlöser in die Einzelnen und in die Volksgemeinschaften hineingelegten
besondern Eigenschaften, Vorzüge, Aufgaben und Berufungen. Das
Mutterherz der Kirche ist weit und gross genug, um in der gottgemässen
Entfaltung solcher Eigenarten und Eigengaben mehr den Reichtum
der Mannigfaltigkeit zu sehen als die Gefahr von Absonderungen. Sie
freut sich des geistigen Hochstands der Einzelnen und der Völker.
Sie sieht in ihren echten Leistungen mit Mutterfreude und Mutterstolz
Erziehungsfrüchte und Fortschritte, die sie segnet und fördert, wo
immer sie es im Gewissen kann. Aber sie weiss auch, dass dieser
Freiheit Grenzen gezogen sind durch die Majestät des Gottesgebotes,
das diese Kirche in allem Wesenhaften als untrennbare Einheit gewollt
und gegründet hat. Wer an diese Einheit und Untrennbarkeit rührt,
nimmt der Braut Christi eines der Diademe, mit denen Gott selbst
sie gekrönt hat. Er unterwirft ihren auf ewigen Fundamenten ruhenden
Gottesbau der Ueberprüfung und Umgestaltung durch Baumeister, denen
der Vater im Himmel keine Bauvollmacht erteilt hat.
Die göttliche Sendung der Kircbe, die unter Menschen wirkt und
durch Menschen wirken muss, mag schmerzlich verdunkelt werden durch
das Menschlich-Allzumenschliche, das zu Zeiten immer und immer wieder