AAS 29 (1937), p. 156

da, wo, wie einzig bei der Kirche, solcher-'Autorität die Gnadenführung
des Hl. Geistes, Sein unüberwindlicher Beistand verheissen ist. Wenn
Leute, die nicht einmal im Glauben an Christus einig sind, euch das
Wunsch- und Lockbild einer deutschen Nationalkirche vorhalten, so
wisset : sie ist nichts als eine Verneinung der einen Kirche Christi, ein
offenkundiger Abfall von dem an die ganze Welt gerichteten Missionsbefehl,
dem nur eine Weltkirche genügen und nachleben kann. Der
geschichtliche Weg anderer Nationalkirchen, ihre geistige Erstarrung,
ihre Umklammerung oder Knechtung durch irdische Gewalten zeigen
die hoffnungslose Unfruchtbarkeit, der jeder vom- lebendigeu Weinstock
der Kirche sich abtrennende Rebzweig mit unentrinnbarer Sicherheit
anheimfällt. Wer solchen Fehlentwicklungen daher gleich von
den ersten Anfängen an sein wachsames und unerbittliches Nein entgegensetzt,
dient nicht nur der Reinheit seines Christenglaubens, sondera
auch der Gesundheit und Lebenskraft seines Volkes.

(Keine Umdeutung heiliger Worte und Begriffe)

Ein besonders wachsames Ange, Ehrwürdige Brüder, werdet Ihr
haben müssen, wenn religiöse Grundbegriffe ihres Wesensinhaltes beraubt
und in einem profanen Sinne umgedeutet werden.
Offenbarung im christlichen Sinn ist das Wort Gottes an die
Menschen. Dieses gleiche Wort zu gebrauchen für die « Einflüsterungen
» von Blut und Rasse, für die Ausstrahlungen der Geschichte eines
Volkes ist in jedem Fall verwirrend. Solch falsche Münze verdient
nicht, in den Sprachschatz eines gläubigen Christen überzugehen.
. Glaube ist das sichere Fürwahrhalten dessen, was Gott geoffenbart
hat und durch die Kirche zu glauben vorstellt : « die feste Ueberzeugung
vom Unsichtbaren » (Hebr. 11, 1). Das freudige und stolze Vertrauen
auf die Zukunft seines Volkes, das jedem teuer ist, bedeutet etwas ganz
anderes als der Glaube im religiösen Sinne. Das eine gegen das andere
ausspielen, das eine durch das andere ersetzen wollen und daraufhin
verlangen, von dem überzeugten Christen als « gläubig » anerkannt
zu werden, ist ein leeres Spiel mit Worten oder bewusste Grenzverwischung
oder Schlimmeres.
Unsterblichkeit im christlichen Sinn ist das Fortleben des Menschen
nach dem irdischen Tode als persönliches Einzelwesen — zum ewigen
Lohn oder zur ewigen Strafe. Wer mit dem "Worte Unsterblichkeit
nichts anderes bezeichnen will als das kollektive Mitfortleben im Weiterbestand
seines Volkes für eine unbestimmt lange Zukunft im Diesseits;

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