AAS 29 (1937), p. 162

bewusstem und unwahrem Gegensatz zur Demut und Geduld des Evangeliums.
Warum verschweigt man euch, dass es auch ein Heldentum
gibt im sittlichen Kampf? Dass die Bewahrung der Reinheit des Tauftages
eine heldische Tat darstellt, die im religiösen und im natürlichen
Bereich der verdienten Wertung sicher sein sollte? Man redet euch viel
vor von menschlichen Schwächen in der Geschichte der Kirche. Warum
verschweigt man euch die Grosstaten, die ihren W eg durch dieT
Jahrhunderte begleiteten, die Heiligen, die sie hervorbrachte, den Segen,
der aus der lebendigen Verbindung zwischen dieser Kirche und
eurem Volke für die abendländische Kulturwelt floss? Man redet zu
euch viel von sportlichen TJebungen. Mit Mass und Ziel betrieben,
bedeutet die körperliche Ertüchtigung eine Wohltat fär die Jugend.
Ihrem Betätigungsraum wird jetzt aber vielfach ein Umfang gegeben, der
weder der harmonischen Gesamtausbildung von Körper und Geist, noch
der gebührenden Pflege des Familienlebens, noch dem Gebot der Sonntagshéiligung
Rechnung trägt. Mit einer an Nichtachtung grenzenden
Gleichgültigkeit werden dem Tag des Herrn so seine Weihe und Sammlung
genommen, wie sie bester deutscher Ueberlieferung entsprechen.
Wir erwarten vertrauensvollvon der gläubigen katholischen Jugend, dass
sie in der schwierigen Umwelt der staatlichen Pflichtorganisationen
ihr Recht auf christliche Sonntagsheiligung nachdrücklich geltend
macht, dass sie über der Ertüchtigung des Leibes ihrer unsterblichen
Seele nicht vergisst, dass sie sich nicht vom Bösen überwinden lässt,
vielmehr durch das Gute das Böse zu überwinden trachtet (Rom. 12, 21),
dass ihr höchster und heiligster Ehrgeiz der bleibt, in der Rennbahn
des ewigen Lebens den Siegerkranz zu erringen (1 Cor. 9, 24 f.).

(An die Priester und Ordensleute)

Ein besonderes Wort der Anerkennung, der Aufmunterung, der
Mahnung richten Wir an die Priester Deutschlands, denen in Unterordnung
unter ihre Bischöfe in schwerer Zeit und unter harten Umständen
die Aufgabe obliegt, der Herde Christi die rechten Wege zu
weisen In Lehre und Beispiel, in täglicher Hingabe, in apostolischer
Geduld. Werdet nicht müde, geliebte Söhne und Mitteilhaber an den
heiligen Geheimnissen, dem Ewigen Hohenpriester Jesus Christus zu
folgen in Seiner Samariterliebe und Samaritersorge. Bewähret euch '
Tag für Tag in makellosem Wandel vor Gott, in unablässiger Selbstzucht
und Selbstvervollkomnung, in erbarmender Liebe zu allen euch
Anvertrauten, insbesondere zu den Gefährdeten, den Schwachen und

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