AAS 29 (1937), p. 166

eines von denen, die Unserer Hirtenverantwortung unterstehen und
denen Unsere Hirtenliebe deshalb nicht weniger gilt, weil sie zur Zeit
Wege des Irrtums und des Fremdseihs wandeln. Mögen manche von
ihnen, sich den Gepflogenheiten ihrer neuen Umgebung anpassend, für
das verlassene Vaterhaus und den Vater selbst nur Worte der Untreue,
dés Undanks oder gar der Unbill haben, mögen sie vergessen, was sie
hinter sich geworfen haben — der Tag wird kommen, wo das Grauen
der Gottesferne und der seelischen Verwahrlosung über diesen heute
verlorenen Söhnen zusammenschlagen, wo das Heimweh sie zurücktreiben
wird zu dem « Gott, der ihre Jugend erfreute », und zu der Kirche,
deren Mutterhand sie den Weg zum himmlischen Vater gelehrt hat.
Diese Stunde zu beschleunigen, ist der Gegenstand Unserer unaufhörlichen
Gebete.
So wie andere Zeiten der Kirche wird auch diese der Vorbote neuen.
Aufstiegs und innerer Läuterung sein, wenn der Bekennerwille und
die Leidensbereitschaft der Getreuen Christi gross genug sind, um der
physischen Gewalt der Kirchenbedränger die Unbedingtheit eines innigen
Glaubens, die Unverwüstlichkeit einer ewigkeitssichern Hoffnung,
die bezwingende Allgewalt einer tatstarken Liebe entgegenzustellen.
Die heilige Fasten- und Osterzeit, die Verinnerlichung und Busse predigt
und des Christen Blick mehr noch als sonst auf das Kreuz, zugleich
aber auch auf die Herrlichkeit des Auferstandenen richtet, sei für alle
and jeden von euch freudig begrüsster und eifrig genutzter Anlass,
Sinn und Seele mit dem Helden-, dem Dulder-, dem Siegergeist zu
erfüllen, der vom Kreuze Christi ausstrahlt. Dann — des sind Wir
gewiss — werden die Feinde der Kirche, die ihre Stunde gekommen
wähnen, bald erkennen, dass sie zu früh gejubelt und zu voreilig nach
der Grabschaufel gegriffen haben. Dann wird der Tag kommen, wo
anstelle verfrühter' Siegeslieder der Christusfeinde aus den Herzen und
von den Lippen der Christustreuen das Te Deum der Befreiung zum
Himmel steigen darf; ein Te Deum des Dankes an den Allerhöchsten;
ein Te Deum der Freude darüber, dass das deutsche Volk auch in seinen
heute irrenden Gliedern den Weg religiöser Heimkehr beschritten hat,
dass es in leidgeläutertem Glauben sein Knie wieder beugt vor dem König
der Zeit und Ewigkeit Jesus Christus, und dass es sich anschickt, im
Kampf gegen die Verneiner und Vernichter des christlichen Abendlandes,
in Harmonie mit allen Gutgesinnten anderer Völker, den Beruf
zu erfüllen, den die Pläne des Ewigen ihm zuweisen.

Er, der Herz und Nieren durchforscht (Ps. 7, 10), ist Unser Zeuge,
dass Wir keinen innigeren Wunsch haben als die Wiederherstellung

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